Wir schliessen uns Émilie und Joël an und stehen um 5.30 Uhr morgens los. Sie haben bereits viel Erfahrung mit der Hitze und es war eine weise Entscheidung. Nach einer herzlichen Verabschiedung von Javier und Isabel legen wir die gut 40km bis zur Grenze bis um 11.00 Uhr zurück. An einem Tankstellenshop vor der Grenze geben wir unsere letzten Quetzales aus und gönnen uns HotDogs und kalte Getränke für ein frühes Mittagessen. Zu viert nehmen wir die Grenze in Angriff. Wir können an der langen Schlange von Lastwagen vorbeifahren und erhalten ohne Fragen den Ausreisestempel von Guatemala. Danach geht es weiter an allen Lastwagen vorbei über einen Fluss nach El Salvador. Dort werden wir von den Zollwärtern freundlich begrüsst und nach kurzer Auskunft, wie wir auszureisen gedenken (nach Nicaragua) werden unsere Pässe mit dem Einreisestempel versehen und wir dürfen weiterfahren. Das war wiedermal ein sehr einfaches Unterfangen. Interessant war nur, dass uns El Salvador sogar noch mehr Tage gegeben hat. Eigentlich wollten wir mit den 90 Tagen von Guatemala durch alle vier Länder reisen, aber El Salvador würde uns sogar 120 Tage geben.

Das Land ist mit 21‘000km² nur halb so gross wie die Schweiz und wir werden bei weitem nicht so lange durchradeln. Es ist ausserdem das kleinste Land von Zentralamerika, hat dafür aber die höchste Bevölkerungsdichte. Auf der Strasse bemerken wir dies allerdings nicht, denn der Verkehr ist deutlich weniger und angenehmer als in Guatemala und es hat bereits von Beginn weg einen schön breiten Pannenstreifen. So fahren wir glücklich noch gute 10km zu einem Schwimmbad bei welchem wir für 5.- Dollar pro Person auch campen dürfen. Wir geniessen den heissen Nachmittag mit einer Abkühlung im Pool und in der Hängematte.


Boom! Wir hören einen lauten Knall und schrecken alle auf. Was war denn das? Feuerwerk wie in Guatemala? Oder etwas schlimmeres? Kurz später wieder: Boom! Wir finden des Rätsels Lösung beim WC Häuschen. Wenn eine Mango vom Baum fällt und auf ein Wellblechdach knallt, dann ist das unglaublich laut. Ich werde in der Nacht trotz Oropax einmal wach davon. Gemeinsam essen wir zu Abend und gehen trotz sehr lauter Musik von ein paar Poolbesuchern bereits um 20.00 Uhr ins Bett. Nun müssen wir uns nicht mehr der Sonne, sondern der Hitze anpassen und möglichst viel Distanz vor dem Mittag hinter uns bringen.

El Salvador hat wie alle Länder Zentralamerikas eine schwierige Geschichte hinter sich. Doch das Land galt noch bis vor einigen Jahren als das gefährlichste in der Gegend. 2015 hatte El Salvador die höchste Mordrate und lag sogar noch vor Honduras. Seit 2019 ist der neue Präsident Nayib Bukele an der Macht und geht rigoros gegen Bandenkriminalität vor. 2022 wurde der Ausnahmezustand erklärt, was zu Verhaftungen ohne Haftbefehl führte. Wie so oft hat es immer zwei Seiten der Medaille. Einerseits werden dadurch Grundrechte missachtet und die Macht des Staates ist zu gross. Andererseits gilt El Salvador heute als das sicherste Land Zentralamerikas, laut Bukele sogar das sicherste Land der westlichen Hemisphäre. (Infos aus Wikipedia) Wie dem auch sei, wir reisen guten Mutes am nächsten Morgen los und freuen uns ein neues Land kennenzulernen.

Den ersten Stop machen wir beim Einkaufsladen bevor wir guten Mutes weiterfahren. Im Verhältnis zu Guatemala ist es hier praktisch flach und wir kommen sehr gut vorwärts. Nur die Hitze ist bereits am 10.00 Uhr unerträglich. Die Höchsttemperatur beträgt etwa 34 Grad und die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Wir müssen eigentlich gar nicht mehr Fahrradfahren um zu schwitzen. Wir geniessen ein zweites Frühstück in einem klimatisierten Tankstellenshop und radeln dann direkt zu unserem Camping am Meer. Es gibt Palapas gleich am Strand und wir setzen uns in den Schatten und geniessen unser Mittagessen.

Auch Joel und Emilie kommen bald an und wir verbringen den Nachmittag im Schatten. Erst gegen 16.00 Uhr gehen wir ins Meer baden. Es ist eine kleine Abkühlung, doch bei dieser Hitze ist alles warm und vor allem der schwarze Sand ist unglaublich heiss. Am Nachmittag kann man nicht auf dem Sand laufen. Wir trinken noch ein Bier mit den anderen zwei bevor sie bereits Abendessen und früh ins Bett gehen. Wir haben beschlossen zwei Nächte am Strand zu geniessen und schauen uns so den Sonnenuntergang an bevor wir wiedermal Reis mit Gemüse machen.

Die Nacht ist dann leider nicht sonderlich erholsam, denn unser Zelt ist eine Sauna. Wir wollten ohne das grüne Zeltdach schlafen, doch irgendwann beginnt es zu tropfen und wir müssen alles wasserdicht verschliessen. Leider hat es dann gar nicht geregnet und wir dafür geschwitzt. Den nächsten Tag verbringen wir gemütlich am Strand. Wir telefonieren mit unseren Familien, lesen, hören Musik und geniessen das Meer. Wenn wir schon im Paradies angekommen sind, müssen wir es auch geniessen.



Auch die zweite Nacht ist unausstehlich im Zelt. Es hat diese Nacht tatsächlich viel geregnet und wir konnten auch den Blitzen über dem Meer zuschauen. Nur ist es hier nach dem Regen nicht kühler, sondern nur noch feuchter. Ausserdem kühlt es nachts nicht wirklich ab und bleibt etwa 28 Grad warm. Nach diesen zwei Nächten hat Simon genug und sucht nach einem günstigen Hostel und tatsächlich finden wir etwa 50km weiter einen schönen Ort. Wir fahren der Küste entlang und es fühlt sich an wie in Oregon an der Küste. Die Strasse schlängelt sich hoch und runter immer wieder ans Meer und zurück in die Bucht. Zum Glück sind die Steigungen hier nicht mehr so steil und es hat immer wieder einen Tunnel, was uns einige Höhenmeter erspart. Wir geniessen die Aussicht auf das Meer und bestaunen die schönen Klippen.

Beim Fahren fällt uns auf, dass die Menschen weniger rufen und winken als in Guatemala. Die meisten beäugen uns ungläubig und verwirrt. Wir haben das Gefühl, der Tourismus ist erst am aufkommen und die Menschen müssen sich noch daran gewöhnen. Ausserdem gibt es einen grossen Wohlstandsunterschied. Wir sehen viele Häuser am Strassenrand, welche sehr klein und meistens aus Wellblech sind. Man kann die Armut sehen und einmal beobachten wir eine Familie beim Wasser hohlen. In der nächsten Kurve fahren wir dann an einem super schönen Eingangstor mit Security vorbei und sehen die Villen und Hotels in den Hang gebaut. Dieser Kontrast hinterlässt ein komisches Gefühl in mir und ich kann auch die Blicke verstehen. Ich kann mir vorstellen, dass die Menschen hier nur den Luxustourismus kennen und sich fragen, was zwei weisse auf Rädern in ihrer Gegend machen. Dennoch fühlen wir uns immer wohl und sicher und kommen gut vorwärts.

Glücklicherweise können wir das meiste im Schatten fahren und sind am Mittag wieder kurz vor unserem Tagesziel. In einem kleinen Dörfchen finden wir ein gutes Restaurant und geniessen ein zweites Frühstück resp. Mittagessen. Neben einer sehr feinen und grossen Yogurtschüssel mit Früchten und Granola essen wir endlich unsere ersten Pupusas. Das ist das bekannteste Essen in El Salvador. Es sind eine Art gefüllte Maistortillas, sehen aber eher wie Pitas aus. Gefüllt werden sie mit Fleisch, Fisch oder Käse und sind super lecker. Wir fahren noch die letzten Kilometer und kaufen in einem sehr neuen Einkaufskomplex ein. Man sieht das hier viel investiert wird und auch sehr viele amerikanische Ketten sich nun niederlassen (z.B. Wendy‘s, Starbucks, Pizza Hut, Dominos, Little Ceasar, etc.). Simon übernimmt den Einkauf und ich telefoniere in die Schweiz. Danach fahren wir zu unserem kleinen Hostel und geniessen den Nachmittag mit einer Klimaanlage. Abends gehen wir zum Strand und schauen uns den Sonnenuntergang an bevor wir uns ein feines Abendessen kochen.

Diese Nacht schlafen wir deutlich besser und kühler und verbringen auch den nächsten Tag im Garten des Hostels mit telefonieren und faulenzen. Am späteren Nachmittag wagen wir es wieder nach draussen und machen einen Spaziergang zum Zentrum von La Libertad. Hier sieht man nun sehr deutlich, wie der Tourismus im Aufbau ist. Überall hat es Baustellen und es entstehen Hotels und Restaurant. Gleichzeitig ist auch die Vergangenheit noch deutlich zu sehen. Alle Häuser sind komplett eingemauert und gezäunt. Meistens sogar mit einem Stacheldraht versehen und viele kleine Länden sind vergittert und man kann nur durch das Fenster einkaufen. Es ist ein spezieller Kontrast. Zufällig kommen wir aber zu einem ersten bereits fertig gebauten Steg mit Palmen und Rasen. Hier hat es auch einige weise Touristen. Der Ort ist nämlich bekannt zum surfen und so sind wohl 90% aller Touristen hier Surfer. Wir setzten uns auch an den Steg und beobachten die Surfer im Wasser. Ich verstehe ja nicht viel davon, aber sie scheinen sehr gut zu sein.





Als die Sonne langsam untergeht, laufen wir zurück zu unserem Hostel. Auf dem nach Hause weg holen wir uns unser Abendessen bei einem Pupusa Restaurant. Da wir etwas abseits des touristischen Zentrums sind, bekommen wir 7 Pupusas und 2 Erdbeermilkshakes für 10 Dollar. Da lohnt es sich schon fast nicht mehr selbst zu kochen.

Während des Abendessen schreiben wir noch die Finca Don Carlos an. Wir haben von den beiden Franzosen Bryan und Seb mitbekommen, dass diese Finca Radfahrer bei sich übernachten lässt und da dies eine gute Distanz ist, fragen wir mal an. Die Antwort kommt auch sofort, dass wir selbstverständlich kommen können und das bereits zwei Radfahrer da sind. So schlafen wir wunderbar eine letzte Nacht mit Klimaanlage und stehen bereits um 5.30 Uhr wieder auf, um früh loszufahren. Nach einem grossen und leckeren Frühstück gehts um 7.00 Uhr los. Durch die kleine Stadt kommen wir etwas in den Morgenverkehr, aber als wir sie hinter uns lassen wird der Verkehr ruhiger. Es hat allerdings zu Beginn keinen wirklichen Pannenstreifen, was eine Ausnahme ist. Dies merkt man auch den Fahrern an, denn sie sind es sich nicht gewöhnt den Radfahrern auszuweichen und haben nicht viel Geduld. Das war in Guatemala hingegen so normal, dass es sich alle gewohnt waren.

Zum Glück kommt der Pannenstreifen bald zurück und wir fahren nun wirklich mehrheitlich flach zügig vorwärts. So sind wir fast etwas zu schnell und wären wohl bereits einiges vor dem Mittag am Ziel gewesen. Wir wollten allerdings nicht stören und haben so einen Kilometer vor Schluss noch einen Halt bei einer Bäckerei gemacht. Ein Eiskaffe und ein grosser Nutella Erdbeercrepe später sind wir gestärkt und ready für die Finca Don Carlos.


Als wir hineinfahren trauen wir unseren Augen kaum. Es ist ein wunderschöner Ort mit Palmen und Mangobäumen und einem Pool. Was für ein kleines Paradies. Eine Frau beim Eingang sieht uns und bringt uns ans Ende zu Carlos und Linda. Wir werden herzlich von ihnen empfangen. Leider sind die beiden deutschen Radfahrer bereits heute morgen losgefahren und wir haben uns verpasst, denn sie fahren von Süden nach Norden. Carlos und Linda geben uns zuerst kaltes Wasser und zeigen uns dann ein wunderschönes Zimmer mit Badezimmer und Klimaanlage. Das ist für uns. Wir sind völlig überrascht und dankbar. Wir haben damit gerechnet unser Zelt hier aufzustellen, aber das ist absoluter Luxus pur. Als erstes nehmen wir eine Abkühlung im wunderschönen Pool und geniessen den Nachmittag im Liegestuhl.


Gegen halb 6 laden uns Carlos und Linda zum Abendessen ein und wir fahren ins Dorf zu einem Buffetrestaurant. Es gibt ein typisches Abendessen mit Reis, Bohnen, Rührei und einem Fleischeintopf. Es war super fein und wir sind so dankbar. Sie erzählen uns, dass sie schon seit Jahren Radfahrende beherbergen. Sie sind hier aufgewachsen, haben aber wie viele Salvadorianer in den USA gelebt und gearbeitet. Sie gehen auch heute noch jedes Jahr zurück zu ihren Kindern. Zum Glück konnten sie die Staatsbürgerschaft erhalten und haben so die Möglichkeit hin und zurück zu reisen. Nach dem Essen bringen sie uns zurück zur Finca und gehen dann zu ihrem Haus, dass etwa 10 Fahrminuten weg ist. Sie kommen allerdings jeden Tag hierher, es ist auch ein bezaubernder Ort. Wir haben nochmals unseren Zeitplan berechnet und uns nun definitiv entschieden im Norden von Nicaragua ein Bus nach San José zu nehmen. Somit haben wir noch mehr als genügend Zeit und was für ein besserer Ort diesen zu verbringen als auf der Finca von Carlos und Linda. Als wir fragen, dürfen wir selbstverständlich zwei Nächte bleiben. Wir sollen ausschlafen und ausruhen und sie werden uns am nächsten Morgen Tamales zum Frühstück mitbringen. Was für eine unglaubliche Gastfreundschaft – Herzlichen Dank Carlos und Linda!

Nun sitze ich hier und habe den ersten Teil des Blogs geschrieben, während Simon die Räder putzt und pumpt. Wir werden den Tag auf der Finca mit baden, ausruhen und im Gespräch mit Linda und Carlos geniessen.

Der Ruhetag verläuft wunderbar mit viel ausruhen und vielen spannenden Gesprächen. Linda und Carlos erzählen uns viel über ihr Leben in zwei Ländern und über die Geschichte und den Wandel von El Salvador. Es ist unglaublich spannend und wir dürfen auch viel neues Essen ausprobieren. Sie haben beide als Köche in den USA gearbeitet und Linda kocht Arroz Aguado (wässriger Reis) zum Mittagessen. Es ist ein Reiseintopf, der sehr flüssig aber noch keine Suppe ist. Neben dem Reis hats Gemüse wie Pipian (eine Art Zuccetti) und Poulet drin. Es ist super fein. Während des Mittagessens eröffnet uns Carlos, dass heute Lindas Geburtstag ist. Wow, was für eine Überraschung. Happy Birthday Linda! Auch für Linda eine Überraschung ist die kleine Geburtstagsfeier heute Abend. Sie haben ihr extra nichts erzählt, damit sie nicht für alle kocht. Gegen 18.00 Uhr trudeln dann die Geburtstagsgäst ein. Es gibt Apéro mit Chips und Bier. Pilsener ist ein salvadorianisches Bier und wirklich gut. Die Gäste sind alles Freunde und Nachbarn aus dem Dorf und der Abend verläuft super lustig. Wir bekommen ein Bier nach dem anderen und es wird immer lustiger. Irgendwann beschliessen wir, dass man ja bekanntlich Feste feiern soll wie sie fallen und so geniessen wir die lustige Runde in vollen Zügen.

Um 23.00 Uhr verabschieden sich dann alle und wir räumen noch etwas auf. Das mindeste was wir tun können als herzlichen Dank für diese wunderbare Gastfreundschaft. So legen wir uns gegen Mitternacht mit einigen Bierchen im Bauch ins Bett und beschliessen den Wecker für 5.30 Uhr wieder auszuschalten. Linda und Carlos geben uns auch gerne noch einen Tag auf ihrer Finca. So schlafen wir gemütlich aus und machen Pancakes zum Frühstück. Wir können Linda überreden, dass wir heute für sie Abendessen kochen und ihnen ein schweizer Gericht zeigen. So haben wir auch eine Aufgabe und gehen als erstes einkaufen. Da es von Sicherheitskräften bei diesem neuen Einkaufszentrum wimmelt, können wir unsere Räder angeschlossen stehen lassen und gemeinsam gemütlich durch den grossen Laden schlendern. Ich finde das ja immer super spannend, all die verschiedenen Produkte zu bestaunen.


Danach verbringen wir den Nachmittag mit ausruhen und baden. Das Abendessen wird ein grosser Erfolg und die Rösti auch ohne Röstiraffel sehr gut. Es kommen nochmals zwei Gäste von gestern und essen spontan auch mit. Heute verzichten wir alle auf den Alkohol und bereits um 18.30 Uhr verabschieden sich alle. Wir bedanken uns nochmals herzlich bei Linda und Carlos und wünschen ihnen nur das Beste! Am nächsten morgen stehen wir wieder früh auf und schwingen uns bereits vor 7.00 Uhr aufs Rad. Carlos kommt gerade an um etwas im Garten zu arbeiten und winkt uns noch zum Abschied. Die ersten 15km geht es mehrheitlich bergab und wir kommen gut vorwärts. Der Verkehr hat allerdings eher wieder zugenommen. Der Pannenstreifen ist nach wie vor vorhanden aber immer wieder steht ein Verkaufsstand oder ein parkiertes Auto. Dies macht das Fahren sehr anstrengend, da man immer sehr achtsam sein und auf die Strasse ausweichen muss. Dennoch kommen wir gut vorwärts und machen eine Pause im klimatisierten Tankstellenshop. Viele Läden hier haben einen bewaffneten Türsteher und ich frage mich, ob es nötig oder nur zur Abschreckung dient. Seine Hauptaufgabe besteht darin und die Tür auf und zu zu machen. Wir kommen sehr schnell vorwärts und sind bereits um kurz vor 11.00 Uhr in der Stadt Usulután. Unsere erste Mission führt uns zu DHL. Dort werden wir von einem jungen sehr freundlichen Mittarbeiter begrüsst, der uns schon verschmitzt anlacht und nach der Drohne fragt. Ja, wir sind nicht die ersten Radfahrer hier mit einem Anliegen. Es ist nämlich so, dass Nicaragua ein striktes Einführungsverbot von Drohnen hat. Entdecken sie eine am Zoll wird sie beschlagnahmt. Deshalb müssen wir sie nach Costa Rica senden. Unser Vorteil sind unsere Freunde Gabi und Luis in San José und so können wir sie ihnen zuschicken. Nach allen Formalien verlassen wir DHL um eine Drohne leichter und hoffen sie kommt Heil in San José an. Wir essen unser Picknick auf den Dorfplatz und nach einem Einkauf finden wir ein super kleines Kaffee, wo wir den Nachmittag verbringen. Nach der angenehmen Zeit im klimatisierten Raum des Kaffees wagen wir es erneut in die Hitze. Heute versuchen wir unser Glück bei der Feuerwehr und werden nicht enttäuscht. Nachdem sie eine ID von uns gesehen haben dürfen wir im Garten unser Zelt aufstellen.

Wir haben einen ruhigen Abend ohne Alarm und gehen bei Zeiten ins Bett. Dafür erlebe ich zum ersten Mal ein kleines Erdbeben. In der Schweiz habe ich bis jetzt immer geschlafen. Es dauert aber keine 5 Sekunden und war sehr leicht. Trotzdem ein spannendes Gefühl. Leider ist es auch hier unerträglich heiss und wir wachen immer mal wieder auf. Um 5.30 Uhr geht der Alarm los und wir machen uns auf den Weg ans Meer. Unser letzter Halt vor La Union ist der Strand El Icacal. Die ersten 30km sind super schön und meist leicht abwärts und wir kommen gut vorwärts.



Als wir den einzigen grösseren Anstieg in Angriff nehmen, hält ein Pick up Truck auf der anderen Seite und winkt uns zu. José kommt zu uns rüber und fragt, ob wir in der Zentralamerika Whatsapp Gruppe sind. Er ist ebenfalls Radfahrer und beherbergt immer wieder Radreisende. Wir könnten auch zu ihm, falls wir möchten, doch diesmal lehnen wir dankend ab, denn der Strand ruft uns. Nach einer Stunde sehr strengem bergauf fahren, sind wir froh am höchsten Punkt anzukommen und die Abfahrt zu geniessen. Am Ende kommt Josés Laden und wir machen einen Halt für ein erstes kleines Mittagessen und einen Wasserkauf. Wir haben nur noch 12km bis zum Ziel doch nun wird die Strasse zunehmend schlechter. Überall gibt es Zeichen, dass die Strasse unter Wartung ist und wir werden auch dauernd von grossen schweren Lastwagen überholt. Das grösste Problem ist der viele Staub, der aufgewirbelt wird. Als uns zwei Autos überholen und weiter vorne halten, bekommen wir zwei kalte Coca Colas geschenkt. Ich glaube, sie hatten Mitleid mit uns. Bald können wir auf die neue Strasse an den Strand abbiegen und finden nach kurzem Suchen das Restaurant mit Pool, bei dem wir campen dürfen.


Wir geniessen ein feines zweites Mittagessen und den Pool, sowie das Meer. Der Sonnenuntergang ist ebenfalls bezaubernd.

Trotzdem beschliessen wir am nächsten Tag bereits nach La Union zu fahren. Wir hatten bereits einige Strandtage und möchten weiterziehen. Die Fahrt ist weiterhin ziemlich holprig, aber immerhin ist vor uns ein Wassertruck, der die Strasse nass macht. So haben wir wenigstens nicht mehr so viel Staub im Gesicht. In La Union suchen wir uns zuerst ein kleines Restaurant zum Mittagessen und ich esse sehr typisch für El Salvador eine Suppe. Zu Beginn etwas kontraintutiv bei dieser Hitze, aber am Ende kühlt es von innen trotzdem. Danach suchen wir uns ein Hostel und finden ein gutes Angebot für zwei Nächte. Simon trägt wieder einmal die Räder in den ersten Stock und irgendwie hat dann alles im kleinen Zimmer platz.


Wir buchen uns für den nächsten Tag eine Tour auf den nahe gelegenen Berg zum Espiritu de la montaña und geniessen nach dem Einkaufen feine Pupusas zum Abendessen.
Um 8.00 Uhr geht es mit einem grossen Pick-up Bus den Berg hoch. Wir sind froh, müssen wir dies nicht mit den Rädern machen. Es wäre unmöglich und mehr eine Wanderung. Leider ist die Aussichtsplattform in den Wolken und wir sehen zunächst nichts von der schönen Aussicht. Dafür erhalten wir eine Gratistour durch das Museum, welches die Geschichte der Region und der Lenca Einheimischen erzählt.




Anschliessend kommen wir ins Gespräch mit unseren Mitreisenden. Es sind alles junge Soloreisende und wir tauschen Geschichten und Erfahrungen aus. Sie bleiben alle für eine Nacht auf dem Gipfel aber wir fahren wieder runter, denn morgen geht es mit dem Boot nach Nicaragua.
Den Nachmittag verbringen wir mit einer kleinen Siesta und einem feinen Eiskaffee in La Union. Zum Abendessen treffen wir uns mit Daniel. Er ist ebenfalls ein Radreisender von Kolumbien und wir waren die letzten Tage in Kontakt. Wie der Zufall es wollte, sind wir nun gleichzeitig in La Union. Wir verbringen einen gemütlichen Abend in einem Chicken Fast Food Restaurant und Simon isst eine erstaunlich gute Pizza mit Shrimps. Es ist toll mit Daniel Geschichten und Erfahrungen auszutauschen und wir freuen uns ihn schon bald wieder zu sehen. Er wohnt nämlich in Medellin, Kolumbien und da wir von Costa Rica direkt nach Medellin fliegen, freuen wir uns riesig nun bereits einen Gastgeber und Kenner des neuen Landes und Kontinentes zu kennen. Was für ein glücklicher Zufall und schöne Aussicht auf unseren Reisestart in Kolumbien. Nachdem es erneut sehr erstaunlich geregnet hat, können wir zurück ins Hostel laufen und sind gespannt auf die morgige Überfahrt nach Nicaragua.

Der Blog ist super spannend und all die hilfsbereiten Leute, die Ihr antrifft!!! Alles Gute auf der Weiterreise. Omimi Susi