Fuego!

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Für die ersten 800 Höhenmeter vom Lago Atitlan zurück in die Berge gönnen wir und einen Pick-up, der uns pünktlich um 9 Uhr abholt und uns die 17 Kilometer nach Godínez fährt. So können wir Antigua in einem Tag erreichen und müssen keine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Auf dem ersten Teil der Etappe lernen wir die Nebenstrassen von Guatemala nochmals richtig kennen. Es ist landschaftlich sehr schön und hat wenig Verkehr, dafür sind die Strassen so steil, dass wir im kleinsten Gang nur knapp noch bergauf fahren können und bergab die Bremsen an ihre Grenzen kommen. Im späteren Verlauf des Tages kommen wir dann wieder auf die Panamericana, wo die Steigungen  wieder moderater sind. Dafür donnert der Verkehr an uns vorbei und deckt uns mit Staub und Abgas ein. Einen platten Reifen später erreichen wir Antigua, wo wir im Garten eines Hostels ein Glamping Zelt reserviert haben. Wir finden das einen guten Kompromiss. Das Klima hier ist angenehm fürs Zelt und wir haben trotzdem ein richtiges Bett. Da wir zu Faul zum kochen sind, gehen wir in ein mexikanisches Taco-Restaurant und sind absolut begeistert von den Tacos mit Käse und einer Art Pulled-Pork. 

Transport von Panajachel den Berg hoch
Eine spontane Einladung zum Coca Cola am Strassenrand
Die Strassen in Guatemala
Hier werden die Füsse nass
Es gibt schönere Orte um einen Platten zu flicken
Glamping in Antigua
Wohlverdiente Tacos

Bevor wir uns Antigua selbst widmen, haben wir eine zweitägige Wanderung zum Acatenango Vulkan geplant. Da wir die Campingausrüstung dabei haben, gehen wir ohne geführte Tour und Guide hoch. Mit guten Packkünsten schaffen wir es, Zelt, Matten, Schlafsäcke, warme Kleider, Essen und Trinken in und an unseren kleinen Rucksäcken zu befestigen und machen uns auf den Weg zum Busbahnhof. In unserer Abenteuerlust möchten wir mit den öffentlichen Bussen anreisen und finden gleich den passenden Chickenbus für die erste Strecke. Nicht einkalkuliert haben wir, dass der Bus zuerst eine Stunde im Stau steht, bevor wir Antigua überhaupt verlassen. Sobald wir den Stau hinter uns gelassen haben, rast der Bus dafür wie ein Rennfahrer über die schmalen Strassen und hupt alles zur Seite, was im Weg steht. Das Umsteigen auf den kleineren Minibus funktioniert dank Tamara‘s Spanischkenntnissen auch ohne Probleme und wir können die Wanderung starten. Da wir wegen dem Stau schon spät dran sind, sehen wir nicht mehr viele Leute auf dem Weg. Die Wanderer, die uns entgegen kommen, sehen dafür sehr erschöpft auf. Mal schauen ob es uns am nächsten Tag auch so geht. Typisch Guatemala geht auch der Wanderweg sehr steil und mit viel losem Kies hoch und wir kommen gut ins Schwitzen. Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichen wir unseren geplanten Camping-Ort zwischen den zahlreichen Berghütten für die Tour-Touristen. Beim Aussichtspunkt für den Sonnenuntergang sind dann die erwarteten Mengen an Touristen versammelt, verziehen sich aber als die Sonne weg ist in ihren Hütten. Mit der Dunkelheit beginnt das Spektakel nun erst richtig. Wir haben vom Zelt aus einen super Blick auf den Volcán de Fuego, der etwa zwei Kilometer Luftlinie entfernt ist und alle 5 bis 10 Minuten ausbricht. Im Dunkeln sieht man die glühende Lava richtig gut und wir schauen dem Spektakel fasziniert zu. Irgendwann fallen uns dann doch die Augen zu, denn es war ein anstrengender Tag. Mitten in der Nacht wachen wir dann vom Grollen des Vulkans nochmals auf und schauen den Ausbrüchen nochmals eine Stunde zu. Ein grosses Highlight unserer Reise bisher. 

Unser Transport zur Wanderung – günstig und stilvoll
Beste Aussicht auf dem Weg nach oben
Pünktlich zum Sonnenuntergang
Aber nicht ganz alleine
Wir können die Ausbrüche direkt aus dem Zelt beobachten
Man könnte sogar noch näher an den Vulkan
Einer der spektakulärsten Ausbrüche

Noch im Dunkeln packen wir unsere Sachen zusammen und machen uns auf dem Weg zum Gipfel des Acatenango. Da wir auch hier spät dran sind, bleiben uns die angekündigten Touristenströme mit Stau auf dem Wanderweg erspart. Wir schaffen es nicht ganz rechtzeitig zum Sonnenaufgang hoch, können ihn dafür für uns alleine geniessen. Oben angekommen sind wir dann erstaunlicherweise auch alleine und geniessen die Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Da es sehr windig ist, laufen wir noch ein paar hundert Höhenmeter wieder hinunter bevor wir etwas essen. Auf den letzten Kilometern der Wanderung kommen wir nun auch noch in die grossen Touristenströme mit grossen geführten Gruppen, die sich nun schon mit den Gruppen des nächsten Tages kreuzen. Wir sind froh, konnten wir das grösstenteils umgehen. Unten angekommen warten wir auf den Bus, als wir von einem privaten Chauffeur angesprochen werden, der noch Platz hat und uns für den gleichen Preis wie die öffentlichen Busse direkt nach Antigua mitnimmt. Das nehmen wir dankend an und es ist uns auch egal, dass wir noch fast eine Stunde auf seine eigentlichen Gäste warten müssen. Zurück in Antigua haben wir grossen Hunger und gehen direkt zu einem Restaurant, das uns mehrfach empfohlen wurde. Es wurde nicht nur uns empfohlen, denn es hatte eine Schlange um einen Tisch zu bekommen. Als wir diskutieren, ob wir warten wollen oder nicht, werden wir von Vroni aus Deutschland angesprochen. Sie reist alleine durch Guatemala und Mexiko. Bis wir uns richtig vorgestellt haben, sind wir schon zuvorderst in der Schlange und bekommen schnell einen Tisch zu dritt. Das Restaurant ist bekannt für gegrilltes Hähnchen und wir bestellen genau das mit Salat und Tortillas. Im Vergleich zu Mexiko, sind die Tortillas hier kleiner, dicker und es gibt nur Mais-Tortillas. Zum Dessert besuchen wir ausnahmsweise den McDonalds, der bekannt für seinen schönen Innenhof mit Aussicht auf den Volcán de Agua ist und essen einen unterdurchschnittlichen McFlurry. Den Rest des Tages erholen wir uns im Hostel und verarbeiten die coolen Erlebnisse der Vulkane. 

Morgenstimmung auf dem Weg zum Gipfel des Acatenango
Sonnenaufgang mit dem Volcán de Agua
Ein Blick zurück zum Lago Atitlan
Auch das Gipfelfoto mit dem Fuego im Hintergrund darf nicht fehlen
Unsere etwas unkonventionell gepackten Rucksäcke
Auf dem Krater des Acatenango befinden sich die einzigen flachen Meter der Wanderung
Ein schöner Blick aufs Nebelmeer beim Abstieg
Ganz zum Schluss kreuzen wir die grossen Touristengruppen für die nächste Übernachtung

Bevor wir Antigua wieder verlassen, haben wir noch einen voll-bepacken Touristen-Tag geplant. Wir machen eine Walking-Tour durch die Stadt, gehen in ein hübsches Kaffee, besuchen eine Kirchenruine mit schönem Innenhof, essen in einem veganen Restaurant, besuchen das staatliche Kunstmuseum und gönnen uns eine unglaublich günstige Massage (30 Franken für zwei mal eine Stunde). Antigua erinnert und sehr an San Cristóbal de las Casas in Mexiko. Die Städte stammen auch aus der gleichen Zeit. Früher war Antigua die Hauptstadt von ganz Zentralamerika und später von Guatemala. Bei einem Erdbeben wurde aber ein grosser Teil der Stadt zerstört und anstatt alles aufzubauen, wurde mit Guatemala-City eine neue Hauptstatt gegründet. Später wurde dann für den Tourismus alles doch wieder aufgebaut und so ist Antigua heute eine sichere und hübsche Altstatt. Gegen Abend treffen wir uns auf ein Bier mit Vroni. Sie hat bei ihrer Tour noch Esther aus dem Kanton St. Gallen getroffen und so geniessen wir zu viert einige Biere und Cocktails. Wir merken, dass wir nicht mehr so trinkfest sind und so torkeln wir wieder ins gleiche Taco-Restaurant wie am ersten Abend. 

Parque Central de Antigua Guatemala
Ein alter Brunnen zum Kleiderwaschen mit guter Aussicht
Die Ruinas de Santa Clara
Mit schönem Innenhof
Im Kunstmuseum MUNAG kommen moderne und alte Kunst zusammen – natürlich mit Vulkan im Hintergrund
Zum Feierabend ein paar aufheiternde Getränke mit Vroni und Esther

Nach einem Kilometer sehr mühsamen Kopfsteinpflaster wird die Fahrt aus Antigua zu einem Genuss. Zum ersten Mal in Guatemala finden wir einen Fahrradweg und fahren unter schön blühenden Bäumen mit Blick auf die Vulkane aus der Stadt heraus. Kaum haben wir die Stadt verlassen folgt eine lange Abfahrt, denn es geht etwa 1500 Höhenmeter runter in Richtung Pazifik. Nachteil der schönen Abfahrt ist, dass es immer wärmer wird und wir müssen uns ab jetzt darauf einstellen bei 30-35 Grad zu fahren. Mit der Hitze werden die letzten Kilometer der langen Etappe noch hart und wir kommen ziemlich erschöpft bei Javier und Isabel auf ihrem Camping und Erlebnisplatz „La Combi“ an. Javier ist sehr aktiv in der WhatsApp Gruppe für Fahrradreisende in Zentralamerika und hat uns eingeladen. Wir werden von einer Schweizerflagge begrüsst und herzlich empfangen. Schnell entscheiden wir uns zwei Nächte hier zu bleiben um uns etwas an die Hitze zu gewöhnen. La Combi ist ein wilder Ort. Es hat überall Tiere (Hunde, Katzen, Hühner, Geissen) und viele alte Autos und sonstige Dekorationen. Wir schlafen ohne Aussenzelt und nur mit den Seidenschlafsäcken. Auch das dürfte nun zum Standart werden.

Ein fantastischer Veloweg aus Antigua
Ein letzter Blick auf den Fuego und Acatenango

Die ersten Sonnenstrahlen treiben uns am nächsten Morgen schnell aus dem Zelt. Wir frühstücken gemeinsam mit Javier und Isabel und plaudern fast den ganzen Morgen. Den Nachmittag verbringen wir an einem Pool in der Nähe und als wir zurück kommen sind Émilie und Joël aus Kanada soeben mit ihren Fahrrädern angekommen. Wir waren bereits vor ein paar Wochen schon in Kontakt und sind nun zufällig am gleichen Ort gelandet. Wir geniessen gemeinsam den letzten Abend in Guatemala, bevor es Morgen über die Grenze nach El Salvador geht. 

Ein Tag der Erholung auf dem Campingplatz „La Combi“

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Mami Claudia

    Scho wieder so viel zum läse, das isch jo richtig stressig 🤪, aber mega iidrücklich und spannend. Dangge vielmol ihr zwei und bis baaald 😘😘

  2. Jasmine und Götti

    Sehr spannend und dä Fuego resp. eui Fotos sind sehr idrücklich. 👍🔥
    Liebi Grüess vo eus😘

  3. Sven

    Starki Bilder vo däm explosive Teil!
    Griess usem sunnige Walliser après-winterspaziere!

  4. Alexandra

    Hallo ihr zwei, es isch immer sehr spannend und interessant üchi Reis z verfolge. Die feurigen Bilder vom Vulkan sind ja spektakulär. Toll! Viele Dank fürs teile. Wieterhin e gueti Reis. LG Alexandra