Dos Volcánes

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Unser Warmshower Host David begleitet uns noch bis zum Stadtrand von Quito. Wir haben uns für das Verlassen der Grossstadt wieder einen Sonntagmorgen ausgesucht. Normalerweise sind am Sonntagmorgen die Strassen für Velos gesperrt, aber heute hat ein grosser Volkslauf in der Innenstadt Vorrang. So müssen wir einige Male unsere Route anpassen und die Laufstrecke kreuzen bevor wir uns am Stadtrand von David verabschieden. Es folgt wie bei der Einfahrt nach Quito eine etwas unangenehme Hauptstrasse bevor wir eine lange und rasante Abfahrt nach Sangolqui geniessen können. Unterwegs sehen wir schon zum ersten Mal unser nächstes Ziel, den Vulkan Cotopaxi. In Sangolqui entdecken wir spontan eine grosse Parade mit viel Musik und schönen Kostümen. Zum Glück müssen wir diese Route nicht kreuzen und können die Stadt zügig verlassen. Ich freue mich schon sehr, nach einigen Tagen in der etwas hektischen Stadt wieder in die ruhige Natur heraus zu fahren. Das bedeutet aber zuerst viel bergauf zu fahren und die Strasse wird zum Teil so steil, das ich nur ganz knapp noch im ersten Gang hochkomme und Tamara schieben muss. Später kommen dann noch sehr grobe Kopfsteinpflaster und Schotterstrassen dazu und wir mühen uns langsam den Berg hoch. Als Belohnung bekommen wir am Ende des Tages den Cotopaxi noch etwas näher zu sehen und können unser Zelt bei einem Restaurant am Strassenrand aufstellen. 

Durch den Volkslauf von Quito
Vielen Dank für die guten Ratschläge, David!
Umzug in Sangolqui
Das grobe Kopfsteinpflaster ist etwas mühsam zu fahren
Dann schon lieber eine schöne Schotterstrasse mit Kühen
Ein gemütlicher Übernachtungsplatz in der Natur
Erster Blick auf den Cotopaxi

Am nächsten Morgen erreichen wir schon bald den Eingang des Cotopaxi Nationalparks und treffen auch zum ersten mal seit langem wieder auf andere Radreisende. Die zwei jungen Männer aus Frankreich sind in Quito gestartet und ebenfalls auf dem Weg in Richtung Argentinien. Sie fahren allerdings etwas mehr offroad als wir und so trennen sich unsere Wege wieder. Es geht immer weiter hoch und wir können immer wieder den Gipfel des Vulkans zwischen den Wolken erkennen. Die Strasse ist nun mehr kompakter Schotter als Kopfsteinpflaster, was deutlich angenehmer zu fahren ist. Wir erreichen schon bald das kleine Hochplateau und die Laguna de Limpiopungo auf  3900 m.ü.M. Auf dem Plateau sehen wir hunderte von wilden Pferden, die früher mal einem Farmer gehört haben. Nach seinem Tod hat sich niemand mehr um die Pferde gekümmert und so haben sie sich stark vermehrt und sind nun eine schöne Touristenattraktion. Für die Übernachtung fahren wir zum offiziellen Campingplatz des Parkes und checken beim Restaurant mit einer feinen Suppe ein. Die Campingzone liegt schön windgeschützt zwischen den Bäumen mit gutem Blick auf den Cotopaxi. Wir freuen uns, wieder einmal ein authentisches Campingerlebniss in der Natur zu haben und verbringen den späteren Nachmittag mit unseren E-Readers an der Sonne. 

Auf in Richtung Cotopaxi
Interessante Landschaften und spannende Pflanzen gibt‘s auf dieser Höhe
Laguna de Limpiopungo
Wilde Pferde so weit das Auge reicht
Ein offizieller Camping in der Natur – wir fühlen und wie in Kanada.
Hinter den Wolken konnten wir ganz selten mal den Gipfel sehen.

Eigentlich war geplant einen Ruhetag an diesen schönen Ort zu verbringen, aber wir wachen im dicken Nebel und mit Nieselregen auf. Nach einem Morgen im Zelt bekommt Tamara gegen Mittag starke Kopfschmerzen von der Höhe und wir brechen schnell unser Zelt ab und rollen durch den Nebel ins Tal herunter. Im Dörfchen Lasso finden wir ein nettes kleine Cabaña und können uns erholen. 

Am Morgen ist dann gar nichts mehr zu sehen
Deshalb fahren wir schnell unter die Wolken ins Tal
Ein nettes Cabaña für die Nacht

Weil wir in diesem Teil von Ecuador die sechsspurige Panamericana meiden wollen, geht es direkt auf der anderen Talseite wieder hoch. Wir haben von David eine ruhige Bergstrasse empfohlen bekommen, die in einem grossen Bogen zum nächsten Vulkan namens Quilotoa führt. Hier gibt es zwar viel mehr Höhenmeter zu bewältigen, aber dafür haben wir unsere Ruhe und eine schöne Natur zu bestaunen. Der erste Tag auf dem sogenannten Quilotoa Loop führt uns über einen steilen Schlussanstieg  ins Bergdorf Sigchos wo wir in einem schönen Hostel einen Ruhetag einlegen. Wir werden sehr herzlich von der Besitzerin empfangen und bestens versorgt. Es gibt sogar einen schönen Gemeinschaftsraum mit Billard und Tischfussball. Für einen unschlagbar günstigen Preis bekommen wir unser eigenes Cabaña mit Halbpension. Wir treffen auch wieder einmal andere Touristen nämlich zwei Backpacker Paare aus Chicago und Barcelona. Hier startet die bekannte dreitägige Wanderung zum Kratersee Quilotoa und entsprechend ist auch wieder mehr touristische Infrastruktur vorhanden. Spannend ist auch das Einkaufserlebnis in der ecuadorianischen Supermarktkette TuTi. Man wird hier übertrieben freundlich begrüsst und beim Einkauf und and der Kasse mehrfach nach dem Befinden und der Herkunft befragt. Das Sortiment ist landesweit komplett einheitlich und obwohl es eine Kette mit hunderten Filialen in ganz Ecuador ist, kann man nur in Bar bezahlen. Wir müssen also gut schauen, dass uns das Bargeld nicht ausgeht. Auch spannend ist, dass hier zwei verschiede Kochzeiten für die Pasta angeschrieben ist. Zum Beispiel 8-10 Minuten für die Küste und die Amazonasregion und 10-12 Minuten für das Andengebirge. Wir merken tatsächlich, dass die Pasta hier auf über 3000 Metern Höhe deutlich länger kocht. 

Freundliche Bauern auf der anderen Talseite
Egal wie steil, bewirtschaftet wird alles
Ein steiler Schlussanstieg nach Sigchos
Ein hochstehendes Billard-Duell
Unser kleines Cabaña in Tamara-Farbe
Aussicht am Morgen
Aussicht am Nachmittag

Nach dem etwas regnerischen Ruhetag in Sigchos werden wir sehr herzlich verabschiedet und planen in zwei gemütlichen Tagesetappen nach Quilotoa zu fahren. Die Strasse wird immer ruhiger und immer schöner und wir geniessen die Fahrt sehr. Im Dörfchen Chugchilán haben wir wieder die Auswahl zwischen mehrerer guter Hostels, denn hier ist die letzte Übernachtung der Wanderung zum Quilotoa Kratersee. Dieses Mal gönnen wir uns zusätzlich zur Halbpension noch eine Sauna und Dampfbad und bezahlen für alles zusammen 40.- Dollar für uns beide. Schade, dass es nur hier so coole Hostels gibt, denn mit einem warmen Bett, einer Dusche und zwei warmen Malzeiten pro Tag ist das Reisen wirklich sehr komfortabel.

Eine ruhige Strasse durch die traumhaft grüne Landschaft

Wie gewohnt geht es zum Dörfchen Quilotoa am Kraterrand nochmals kräftig hoch doch der Ausblick über die Laguna Quilotoa entschädigt bestens für die Anstrengung. Wir entdecken nochmals ein vergleichbares Hostel mit einem Reisevelo im Eingang und fragen natürlich sofort dort nach. Der Leiter des Hostels ist ein Radreisender aus Costa Rica, der seit einem Jahr das Hostel leitet. Sein Reisevelo steht nur zu Werbezwecken da und es funktioniert bestens, denn wir bleiben gleich und bekommen ein nettes Zimmer mit einem Holzofen, der jeden Abend eingefeuert wird. Sehr gemütlich, denn wir sind nun auf 3900 Meter über Meer und es ist kühl, sobald die Sonne weg ist und der Wind aufzieht. Das indigene Dörfchen Quilotoa ist sehr überschaubar und alle Shops und Restaurants haben etwa das gleiche Angebot. Kaffees oder etwas Süsses sucht man vergebens. So sind wir über den Velofahrerbonus froh und können in der Küche des Hostels selbst unser Abendessen kochen. 

Noch ein letzter steiler Aufstieg zum Kraterrand
Die letzten zwei Kilometer sind besonders hart
Der Ausblick entlohnt für alle Anstrengungen
Auf dem Aussichtspunkt

Für den velofreien Tag machen wir uns am Morgen auf die vierstündige Wanderung um den Kraterrand einmal um den See auf. Das Wetter ist Morgens meist besser und so laufen wir früh los. Sowohl die Aussicht auf den Kratersee als auch in die anderen Richtungen ist spektakulär. Nach etwas einem viertel der Wanderung wird der Weg etwas zu steil für Tamara und sie kehrt um, während ich die Runde fertig laufe. Es ist eine sehr schöne Wanderung und ich kann endlich mal wieder die Drohne ausgiebig fliegen. Am Nachmittag kommt der Wind und ein bisschen Regen und so wird es ungemütlich draussen. Wir verziehen uns also für einen gemütlichen Nachmittag ins Hostelzimmer und essen auch gleich im Restaurant des Hostel eine guten Burger zum Abendessen. 

Eine traumhafte Gratwanderung
Schöne Blumen …
… und schöne Aussicht
Endlich wieder Drohne fliegen
Gegen Mittag ziehen auch hier die Wolken wieder auf

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Annekäthi

    eifach immer schön,vo euchne Erläbniss dörfe läse/luegä und uf die Art mitreise🤗
    Witerhi gueti,sicheri Fahrt.
    herzlichi Grüess ak

    1. Sven

      Steil isch geil!

      1. Simon

        Uf dä Kommentar hani scho gwartet 😉

  2. Susi

    Wunderschön, aber anstrengend! Ich bewundere Euch. Weiter gute und interessante Reise. Liebe Grüsse Omimi Susi