Pura Vida Teil 2

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Der nächste Reisetag bringt uns zum Rio Celeste und dem Tenorio Nationalpark. Wir verbringen dort drei Nächte in einer sehr luxuriösen Hotelanlage mit riesigen Zimmern und so viel Platz, dass jede Ablagefläche ein eigenes Kleidungsstück bekommen könnte. Der Hotelangestellte, der uns zum Zimmer brachte, war ganz erstaunt, als wir nur mit unserer kleinen Sporttasche, die wir von Gabi und Luis geliehen haben, auftauchten. Wir sind sicherlich ein aussergewöhnliches Klientel für dieses Hotel, aber auch der Receptionist hat grosse Freude, als er von unserer Reise erfährt und würde uns sofort in seinen Garten zum Zelten einladen, falls wir dort durch fahren. Besonders schön an der Hotelanlage sind die privaten Wanderwege und Zugänge zum Fluss und wir gönnten uns gleich ein Bad im kühlen, türkisblauen Rio Celeste umgeben von grünem Nebelwald und schönem Vogelgezwitscher. 

Schöne Aussicht von unterwegs
Ein erstes Bad im Rio Celeste
Tierischer Besuch in der Hotelanlage

Vom Hotel aus besuchten wir am nächsten Morgen den Tenorio Nationalpark. Der Wanderweg führt uns zuerst zum Wasserfall des Rio Celeste. Leider wurde vor kurzem die Aussichtsplattform von einem Erdrutsch zerstört, weshalb wir den Wasserfall nur von der Treppe oberhalb betrachten konnten. Zum Glück waren wir früh morgens da und konnten dem Stau an der Treppe zuvorkommen. Auch der Rest der Wanderung war sehr schön und wir sahen immer wieder den blauen Fluss, sowie zahlreiche Wildtiere unter anderem zwei Schildkröten, Schlangen und viele Vögel. Der Rio Celeste hat seine blaue Farbe einem erstaunlichem Zusammenspiel von verschieden chemischen und physikalischen Prozessen zu verdanken. Im Fluss Quebrada Agria kommt Schwefel von den hydrothermalen Quellen des Volcan Tenorio ins Wasser, der dann von Bakterien zu Schwefelsäure verarbeitet wird. Die Schwefelsäure löst Aluminium und Silikon aus den Felsen und formt Aluminium-Ionen und gelöstes Silikon. Der Fluss Rio Buenavista enthält Algen, Bikarbonat-Ionen und ebenfalls gelösten Silikon. Beim Zusammenfluss zum Rio Celeste neutralisieren die Bikarbonat-Ionen die Schwefelsäure teilweise und ermöglichen den Aluminium-Ionen sich mit dem gelösten Silikon zu kombinieren. Die entstehenden Hydroaluminosilikat Moleküle, bestehend aus Aluminium, Silikon, Sauerstoff und Wasserstoff, brechen das Licht und geben dem Fluss die türkisblaue Farbe. 

Der berühmte Wasserfall Rio Celeste
Hier entsteht innerhalb von wenigen Metern die türkisblaue Farbe des Rio Celeste
Auch hier sehen wir viele Tiere
Grosse Schlangen
Und kleine Schlangen
Ein schöner Platz für meine erste Yogastunde

Nach einem weiteren Tag mit Pool- und Flussbaden, Yoga im Wald und natürlich gutem Essen gehen wir weiter zur Hacienda Guachipelin. Dort haben wir nur zwei Nächte und wir verbringen den Tag mir einer Wanderung durch die Vulkanlandschaften des Rincon de la Vieja Nationalparks. Besonders speziell ist hier, dass wir uns an der Grenze des Trockenwaldes und des Nebelwaldes befinden. In nur wenigen Höhenmeter wechselt die Landschaft von einem ausgetrockneten Braun zu einem saftigen Grün. An den Nationalparks in Costa Rica fällt uns im Allgemeinen auf, dass die Wandermöglichkeiten viel eingeschränkter sind als wir uns das aus der Schweiz gewöhnt sind. Meist gibt es nur ein oder zwei ausgeschilderte Trails, die nicht besonders lang sind und nicht mit anderen Wegen kombiniert werden können, ohne dazwischen ins Auto steigen zu müssen. Trotzdem sehen wir sehr viel spannendes und bleiben auch von den grossen Touristenströmen verschont. 

Auf dem Weg zum Rincon de la Vieja sehen wir doch noch einen Vulkan fast ohne Wolken
Der Übergang vom Trockenwald zum Nebelwald
Überall blubbert und brodelt es
Das trockene und warme Klima zieht wieder neue Tiere an
Und auch die Bäume müssen sich anpassen und schlagen weite Wurzeln
Hier wirds schwierig mit Hochklettern
Also gehen wir lieber eine Runde baden
Kein Scherz: Die horizontalen Seile sind eine Hängebrücke für Faultiere

Zum Abschluss unserer Costa Rica Ferien verbringen wir noch drei Nächte am Playa Potrero an der Pazifikküste. Dort ist es sehr heiss, sodass wir nur morgens zwei kurze Ausflüge zu einem benachbarten Strand und einer neu einstehenden Luxussiedlung machen. Den grössten Teil der Zeit verbringen wir in den Liegestühlen der Hotelanlagen und bei der Happy-Hour am Pool. Besonders gefällt uns hier auch das Essen. Wir haben eine gute Auswahl an internationaler Küche und essen im indischen und mexikanischen Restaurant sowie in einem neu eröffneten Steakhouse. 

Strandferien zum Abschluss der Reise
Wieder tierischer Besuch in der Hotelanlage
Und natürlich schöne Sonnenuntergänge
Alles neu in Las Catalinas
Wir verabschieden uns für eine Zeit vom Pazifik

Am Tag der Abreise bringen unsere Eltern uns zum Busbahnhof von Liberia bevor sie die Mietautos zurückbringen und von Liberia zurück in die Schweiz, respektive weiter in die USA fliegen. Der Abschied fällt uns schwer, denn wir hatte eine wunderbare Zeit zusammen in Costa Rica. Dennoch freuen wir uns, bald die zweite Hälfte unserer Reise in Südamerika zu starten. Zuerst müssen wir aber zurück nach San José und wir werden gleich wieder in die weniger komfortable Art des Reisens zurückversetzt. Der Bus, in dem wir vermutlich die einzigen Touristen sind, ist nich klimatisiert und die Fahrt ziemlich holperig. Zum Glück wird es immer weniger heiss, je näher wir an San José kommen und nach knapp sechs Stunden Fahrt, wie üblich mit Stau und Baustellen, kommen wir an und sind mit Uber schnell wieder bei Gabi und Luis. Hier werden wir wieder verwöhnt und ein feines Abendessen steht bereits auf dem Tisch. 

Byebye am Busbahnhof von Liberia

Die nächsten Tage verbringen wir gemütlich bei Gabi und Luis und bereiten uns auf den Flug vor. Wir besorgen bei einem Fahrradladen Kartonschachteln für unsere Räder. Dieses Mal haben wir deutlich kleinere Kartonschachteln als beim Flug nach Alaska und müssen daher einiges mehr auseinanderbauen. Mit dem Material, das unsere Eltern mitgebracht haben, können die Fahrräder auch wieder auf Vordermann bringen und tauschen nach genau 10‘000 km planmässig zum ersten mal die Reifen und zum zweiten mal das Öl der Roholoff Nabenschaltung. Für das restliche Gepäck besorgen wir grosse Abfallsäcke um möglichst wenig Material für den one-way Transport zu verschwenden. Auch in der Küche toben wir uns wieder aus und kochen Lasagne und ein Fondue, das unsere Eltern mitgebracht haben. Etwas enttäuschend verläuft der Garantiefall zur Thermarest Isomatte. Unser Ersatz für die Matte mit den Defekten beim Ventil verliert schon beim aufblasen in der Wohnung Luft und wir können gleich wieder ein Loch finden. Da der Laden keine weitere Matte an Lager hat, müssten wir bis Bogota (da fahren wir aber nicht hin) oder Quito warten um wieder ein Ersatz zu bekommen. Hoffentlich hält die Matte bis dort. Wir merken, dass San José nicht unsere Stadt ist. Sobald man irgendwo sonst hin will steht man mit dem Auto oder Uber viel im Stau. Ein sinnvollen ÖV gib es nicht und zum laufen und velofahren ist die Stadt auch nicht geeignet. Gabi uns Luis wohnen in einer Gated Community mit Fitnessraum und Pool und so verbringen wir viel Zeit dort. Für das Wochenende ist noch ein Ausflug mit Luis und seiner Familie zum Manuel Antonio Nationalpark geplant. Wir freuen uns sehr, zum Abschluss unserer Zeit in Costa Rica nochmals in die Natur zu gehen. 

Fein, auch wenns nur ein Gerber-Fondue ist

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Mami Claudia

    Ahaaaa, so isch das genau mit em Rio Celeste 🫣🤪🤣.
    Mir händs au sehr gnosse mit euch und wünsche ä gueti Witerreis 😘😘

  2. Jasmine und Götti

    Ihr händ ja wieder vill Spannends erlebt. Danke fürs Update – und witerhin gueti Reise😘