Mit verschlafenen Augen und einem grossen Gähnen reisen wir nach Peru ein. Wir haben nun bereits alle Formen der Grenzübergänge erlebt, aber noch nie um 2.00 Uhr morgens. Mit dem Nachtbus von Cuenca nach Piura heisst es aber auch Mitten in der Nacht aussteigen und Ein- und Ausreisestempel holen. Da sind nicht nur wir, sondern auch die Zöllner müde und so will Peru rein gar nichts wissen und gibt den Stempel nach einem Foto und Fingerabdrücken schnell. Der Gepäckscanner ist leider kaputt, also werden alle Koffern von Hand durchsucht. Unsere Busfahrer wollen aber die Velos nicht rausholen, also bleibt unser Zeug im Bus und nur unsere Handtaschen werden kontrolliert. Uns solls Recht sein.

Danach geht die Fahrt mit etwas Dösen weiter und wir kommen etwas verspätet in Piura an. Dort werden wir bereits am Busbahnhof erwartet. Francis, Miguel und Arantxa (Hannes Eltern und Schwester) heissen uns mit offenen Armen willkommen. Was für eine schöne Ankunft in Peru! Wir werden ganz sicher von ihnen auf zwei Rollern nach Hause eskortiert. Als erstes werden wir an den Tisch gesetzt und bekommen ein typisches Sonntagsmenu serviert. „Frito“ nennt sich das Essen und besteht aus Reis mit Chicharon (frittiertes Schweinefleisch), Kochbananen, Gamote (eine Maisart) und Tamal. Dazu gab es frittierte Tortillas aus Vollkornmehl. Wir geniessen das super feine Essen um 10.00 Uhr morgens in vollen Zügen und schlagen uns die Bäuche voll. Danach sind wir ziemlich müde und schlafen eine sehr frühe Siesta. Geweckt werden wir erst wieder als wir zum Mittagessen aufbrechen. Mit Francis und Arantxa gehen wir in ein Restaurant und Simon darf sein erstes Ceviche (Roher Fisch in einer Zitronensauce) in Peru probieren. Ich komme auch nicht zu kurz und liebe eine Art Kartoffelstock aus Kochbananen natürlich mit Fleisch drin. Danach können wir nach Hause rollen. Um das Essen etwas zu verdauen spazieren wir durch ein grosses Einkaufszentrum und besuchen einen Einkaufsladen um die neuen Produkte des Landes zu studieren. Am Abend gibt es einen Tee, denn Essen können wir nichts mehr und gehen dann sehr müde und überglücklich ins Bett.



Da am nächsten Tag ein Feiertag ist, haben Francis und Arantxa frei. Miguel hat ein eigenes Fitnessstudio und muss arbeiten. Bevor wir Erkundungen anstellen gibt es wieder ein grosses, salziges und fleischreiches Frühstück. Danach unternehmen wir mit den beiden Frauen einen Ausflug in ein benachbartes Dorf. Mit dem Bus geht es los. Hier wird alles transportiert bis hin zum rohen Fisch. Was für ein Duft im Bus. Leider ist auch hier sehr viel Abfall am Strassenrand und der Verkehr ziemlich chaotisch. Mit einem zweiten kleineren Bus gehts zu einer Ausgrabungsstätte. Doch hier sind die Türen verschlossen. Montag ist Ruhetag. Dann gehts halt wieder zurück. Dafür suchen wir uns ein Tuc Tuc und damit die Preisverhandlungen peruanisch ablaufen, halten Simon und ich uns etwas im Abseits. Danach tuckern wir zu viert – ich auf Simons Schoss – zurück in das kleine Dörfchen. Hier hat es viel Schmuck und Holzschnitzereien und wir sehen uns die vielen kleinen Läden an, welche alle dasselbe verkaufen. Natürlich müssen wir noch viel probieren und darum gibts zum Mittagessen Schafsinnereien und Geissenfleisch. Beides sehr lecker, wobei wir uns bei ersterem zurückhalten. Am Nachmittag wird es in Piura sehr heiss und die Sonne scheint stark. Also gibt es eine erholsame Siesta mit einem Ventilator. Gegen Abend besuchen wir noch Hannes Grosstante. Sie hat 35 Jahre in Japan gelebt und wir unterhalten uns bestens über die verschiedenen Kulturen.



Auch heute sind wir pappsatt und begnügen uns mit einem Tee zum Abendessen. Da am Dienstag wieder der Alltag losgeht, stehen auch wir um 6.00 Uhr auf und starten mit frittiertem Schweinefleisch, frittierten Kochbananen, frittierten Tortillas und einem Fruchtsaft in den Tag. So haben wir viel Energie und besuchen Miguel im Fitnesszentrum. Wir dürfen uns gleich austoben und bekommen von ihm zu jedem Fittnessgerät eine sehr kompetente Einführung. Es hat Spass gemacht und die Oberarme bekommen Muskelkater.


Danach versuche ich Francis beim Kochen zu helfen. Bis ich eine Kartoffel geschält habe, ist sie mit den anderen 5 fertig. Wir bereiten alles fürs Mittagessen vor und dann muss Francis zur Arbeit. Sie ist Primarlehrerin und die Schule ist immer von 13.00-ca. 18.00 Uhr. Als Arantxa nach Hause kommt, kocht sie das vorbereitete Mittagessen und ich mache erneut eine Siesta. Auch Miguel kommt zum Mittagessen und wir unterhalten uns eine Weile. Nebenbei kümmern wir uns um ein kleines Kätzchen, welches Miguel kurzerhand von der Strasse gerettet hat. Auch im Fitnessstudio hat es einige zugelaufene Katzen, die hier ein neues Zuhause gefunden haben. Danach muss er wieder zur Arbeit und wir spazieren mit Arantxa los in Richtung Stadt. Mit einem TucTuc fahren wir zu einer guten Eisdiele. Auch das Schokotörtchen ist hervorragend. Spontan gehen wir an ein Schulkonzert und sehen einige Kindern beim Solosingen und einem Chor zu. Es ist ein sehr süsser Auftritt. Da ein Cousin Geburtstag hat, trifft sich die ganze Familie spontan bei ihm zu Hause. Es gibt Apéro und Dessert und wir erzählen viel von unserer Reise. Nicht allzu spät geht es zurück nach Hause und erneut überglücklich ins Bett.
Um 7.00 Uhr ist Tagwache. Heute fliegen wir nach Lima und zwar ohne Gepäck – wie schön! Unser Boarding ist um 8.50 und Francis meint, wir können um 8.30 loslaufen. Das hat uns dann doch etwas nervös gemacht und wir sind um 8.00 Uhr bereits bereit. Doch der Flughafen ist wirklich nur 5 Minuten zu Fuss und besteht aus 2 Gates. Es ist also mehr als genügend Zeit und nach einer schnellen Sicherheitskontrolle sind wir bereit für den Flug nach Lima. Dieser ist so kurz, dass wir schon nach einer guten Stunde wieder landen. Bei der Gepäckausgabe suchen wir nach dem Flug von Cusco und warten. Nicht auf das Gepäck, sondern auf Daria und Koch (Simons Schwester und ihr Verlobter). Was für eine grosse Freude am Gepäckband in Lima als wir uns wiedersehen. Die Menschen ringsum waren wohl etwas verwirrt.


Wir haben nun 2 Tage gemeinsam in Lima und freuen uns sehr Zeit zusammen zu verbringen. Mit einem Uber kommen wir nach einer knappen Stunde im Miraflores Quartier von Lima an. Hier haben wir uns ein Airbnb gemietet, doch zuerst gibt es ein feines Mittagessen in einem Kaffee. Nach gut einem Jahr haben wir uns viel zu erzählen und quatschen ununterbrochen. Wir freuen uns auch sehr als Hanne nach ihrer Prüfung dazu stosst. Simon und ich haben sie vor 6 Jahren zuletzt in der Schweiz gesehen. Nachdem alles Gepäck und vor allem die gute Schweizer Schokolade im Airbnb abgeladen ist, machen wir mit Hanne einen Stadtspaziergang. Zuerst laufen wir Richtung Meer und sehen somit den Pazifik zum ersten Mal seit Costa Rica wieder. Danach laufen wir einen schönen Fussgängerweg zum Barranco Viertel. Hier hat es viele Strassenmalereien und Ausstellungen von Künstlern. Wir kaufen uns tatsächlich Souveniers, nämlich Stickers für unser Fahrrad. Im Anschluss schlendern wir durchs Viertel und probieren warme Quinoa, Maca und Emoliente Getränke. Nachdem es schon dunkel ist, essen wir in einem typisch peruanischen Restaurant Abendessen. Hanne hat uns vorgewarnt, die Portionen sind sehr gross. Also teilen wir uns zu 5 eine grosse und zwei kleine Portionen und haben mehr als genug. Auch das Cusceño Bier schmeckt sehr lecker. Da wir die Zeit gemeinsam in vollen Zügen auskosten möchten, gönnen wir uns in einer Bar in der Nähe noch einen Pisco Sour bevor wir erst gegen Mitternacht ins Airbnb zurückkehren. Schlafen können wir ja später wieder.


Darum stehen wir auch bei Zeiten wieder auf und gehen gemeinsam gut Frühstücken. Hanne hat auch heute eine Prüfung. Wir verbringen den Tag sehr gemütlich in einem Shoppingzentrum mit schlendern, essen und kaufen neue Schuhen sowie wärmere Daunenjacken für Simon und mich. Ersteres war wohl notwendig. Am späteren Nachmittag möchten wir noch unsere Dachterrasse mit Pool ausprobieren. Doch das Wetter ist eher kalt und windig, also trauen sich nur Simon und Koch ins Wasser. Daria und ich geniessen die Aussicht von den Liegestühlen. Wir sind hier natürlich im Winter (ca. 20 Grad) und Lima ist bekannt für graues Wetter.





Als letztes Abendessen geht es in ein feines Steakhouse. Als wir allerdings die Saisonale Karte sehen, gibt es für Simon und mich Polenta. Das hatten wir seit einer Ewigkeit nicht mehr und war sehr lecker. Die Kellner sind nett und geben sich mühe doch der Fussball geht vor und als ein Penalty zu schiessen ist, müssen wir auf unseren Service warten. Wir verzeihen es ihnen gerne, denn als nächstes spielt die Schweiz. Dafür ziehen wir weiter in eine Bar. Es gibt hier eine Strasse mit nur Bars und Clubs ein bisschen wie in der Steinen in Basel. Natürlich wird überall Fussball gezeigt. Beim ersten Goal lassen mich meine Mitbürger etwas im Stich und ich schreie als einzige. Der Kellner sieht es trotzdem und fragt nach. Wir erzählen ihm, dass wir aus der Schweiz kommen. Nachdem er sich über die Visa Bestimmungen informiert hat, fordert er uns auf beim nächsten Goal lauter zu jubeln. Zum Glück fällt auch noch ein 2:0 und diesmal schreie ich nicht alleine.

Nach dem Match gehen wir erneut gegen Mitternacht zurück und freuen uns auf unser Bett. Es ist bereits der letzte Tag für Daria und Koch und so gehen wir nochmals gemütlich gemeinsam frühstücken. Danach müssen sie die Koffer neu packen, denn sie dürfen einiges von uns und Geschenke von Hanne mitnehmen. Pünktlich um 12.00 verlassen wir das Airbnb und die Putzequipe ist bereits vor der Tür. Glücklicherweise haben wir für die nächsten drei Nächte ein sehr kleines Einzimmerstudio gleich in der Parallelstrasse. So können wir alles Gepäck abladen und nochmals einen gemütlichen Spaziergang am Meer machen. Danach heisst es leider bereits wieder Abschied nehmen und Daria und Koch fahren mit dem Uber zum Flughafen. Es war eine wunderbare intensive und viel zu kurze gemeinsame Zeit, die wir in vollen Zügen genossen haben. Danke für euren Besuch auf unserer Reiseroute!

Simon und ich bleiben noch in Lima bis Hanne die letzte Prüfung absolviert hat und fliegen dann gemeinsam zurück zu ihrer Familie nach Piura. Nach den intensiven letzten Tagen nehmen wir den Rest des Tages gemütlich. Wir gehen Essen einkaufen und verbringen viel Zeit in unserem Airbnb mit Lesen, Blog schreiben und Fussball WM schauen. Auch Hanne ist nach der heutigen Prüfung sehr müde und wir verabreden uns für morgen. Am nächsten Tag besuchen wir das historische Stadtzentrum mit Hanne. Dafür fahren wir etwa eine Stunde mit dem Uber, ja Lima ist sehr gross. Es ist ein schönes Zentrum mit vielen Museen. Wir erhalten eine Führung bei einer Ausgrabungsstätte und sehen uns moderne Kunst aus Peru und Japan an. Am Mittag essen wir in einem typischen peruanischen Sandwich Restaurant. Der Kellner hat Angst, dass wir Touristen die vielen Zwiebeln nicht mögen und serviert sie uns separat. Wäre nicht nötig gewesen, wir lieben sie.


Nach einem weiteren Museumsbesuch gibt es Kaffee und Kuchen zum Zvieri, doch zuerst telefonieren wir noch mit Haris in Bubendorf. Nachdem wir vor der grossen Kathedrale einen Auflauf von schön gekleideten Menschen sehen, warten wir etwas zu lange auf die Braut. Sie war wunderschön und wir können ein schnelles Foto machen. Nun ist es schon eher spät und wir machen noch einen kurzen Abstecher nach China Town. Hier organisiert uns Hanne ein Abendessen, dass wir im Airbnb in der Mikrowelle aufwärmen können. In diesem Stadtteil sind wir die einzigen weissen Touristen und werden dementsprechend angestarrt. Es hat viele Menschen, daher fühlen wir uns immer sicher und passen einfach gut auf unsere Wertsachen auf. Mit einem Uber können wir Hanne zuhause abladen und kommen nach einer Stunde auch bei unserem Airbnb an. Hier geniessen wir das chinesische Abendessen und gehen müde ins Bett.


Heute hat Hanne ihre letzte Prüfung und wir nehmen es wieder gemütlich. Wir schlafen aus, telefonieren in die Schweiz und machen anschliessend einen Spaziergang am Meer entlang. Nach einem Kaffeestopp kehren wir gemütlich zurück und sehen uns am Nachmittag das Fussballspiel an. Abends geniessen wir die Vorzüge einer Grossstadt und finden eine Art Markthalle und essen sehr gutes japanisches Essen. Damit neigt sich unsere Zeit in Lima bereits dem Ende zu. Der nächste Tag besteht aus Reisen. Zuerst eine Stunde zu Hannes Haus im Bus, dann eine Stunde und 30 Minuten mit dem Bus an den Flughafen, dann nur eine gute Stunde mit dem Flugzeug nach Piura. Hier werden wir von Sonne und Hitze und Hannes Mama mit zwei Blumensträussen empfangen. Wir können wieder nach Hause laufen und werden sogleich mit einem feinen Essen bedient. Mit Hanne bringen wir Simons Vorderrad zu einem Fahrradladen, denn sein Dynamo ist kaputt. Glücklicherweise kam das Ersatzteil noch rechtzeitig bei Daria und Koch an und wir können es nun von einem Mechaniker auswechseln lassen. Danach gehen wir in einen grossen Supermarkt für das Raclette und einen Zopf einkaufen. Den Abend verbringen wir gemütlich Zuhause und geniessen eine feinen Schokoladenkuchen und einen Tee.

Am nächsten Morgen gibt es ein Schweizer Frühstück mit Zopf, Konfitüre, Nutella, Käse von der Alp Laui auf dem Stoos und Honig. Der Zopf kommt gut an. Anschliessend starten wir einen zweiten Versuch zu den Ausgrabungsstätten hier in der Nähe. Diesmal hat es offen und wir sehen eine Stätte, die etwa 3000 Jahre alt ist. Zuhause gibt es ein feines Mittagessen mit Reis und Poulet und im Anschluss sehen wir uns den Schweizer WM Achtelfinal an. Hanne und Arantxa verabschieden sich bald für eine Siesta, man kann es ihnen bei diesem langweiligen Spiel nicht verübeln. Zum Elfmeterschiessen ist Hanne bereits wieder wach und nach dem Sieg wecken wir Arantxa mit unserem Jubel auf. Nun ist auch das Rad von Simon bereit und wir können es mit einem neu eingebauten Dynamo abholen. Das Auswechseln hat ein Tag gedauert und 10.- CHF gekostet. Nach einem Abstecher um SIM Karten zu kaufen, kommen wir sehr unschweizerisch zu spät nach Hause. Zum Glück ist das Raclette schnell bereit und dank dem mitgebrachten Schweizer Käse schmeckt es hervorragend. Da Simon die Geduld mit einem kleinen „Kerzen-Öffeli“ reisst, schmelzt er den Käse in der Bratpfanne. Funktioniert auch hervorragend.


Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug mit Hanne. Wir fahren zu Sanddünen und machen zum ersten Mal Sandboarding und Schlitteln. Es war sehr lustig. Auch die Buggy Fahrt schüttelt uns gut durch und macht grossen Spass. Im Anschluss gehen Simon und ich endlich wiedermal im Pazifik baden. Die Fischer am Strand halten uns wohl verrückt – wer geht schon im Winter baden! Es hat schliesslich nur etwa 25 Grad. Nach einem feinen Mittagessen in einem Dörfchen fahren wir zurück nach Piura und spazieren nach Hause. Den Abend verbringen wir gemütlich mit einem feinen Poulet aus dem Ofen und Kartoffeln.





Heute ist unser letzter Tag in Piura. Wir nehmen einen Nachtbus um 20.30 Uhr nach Cajamarca zurück in die Berge. Wir geniessen den Tag mit Hanne und ihrer Familie, schreiben Blog und packen unsere sieben Sachen wieder in die Fahrradtaschen. Es waren wunderbare Ferien von unserem Reisealltag. Ein grosses Dankeschön an Hanne, Francis, Arantxa und Miguel für die herzliche Gastfreundschaft. Es ist wunderschön, wenn man Teil einer Familie wird unabhängig von Blutsverwandtschaft und Herkunft. Wir hoffen sehr, euch wiederzusehen.
Alle Ferien gehen einmal vorbei!
Gute Weiterfahrt!!
Liebe Grüsse Omimi, Susi
👍⚽️🇨🇭
Danke für dä schöni Bricht und dass ihr so vill Family-Bsuech gha händ😍
Eifach nur schön euer Träffe 😍😍