Keine Angst, es geht uns gut! Warum mehrere Krankenhausbesuche nötig waren, erfährt ihr im Verlauf des Blogs. Beginnen wir aber chronologisch in Huancavelica, wo wir uns nach einer erholsamen Nacht mit noch etwas schweren Beinen gleich nochmals ein Nutella Gipfeli gegönnt haben. Vorher sind wir allerdings 2 Stunden durch die Stadt gestreunt und haben einen Bus nach Ayacucho gesucht. Wir wussten, dass es einen Minibus gibt, denn andere Fahrradfahrende haben kürzlich davon berichtet. Zu guter Letzt fanden wir die korrekte Firma und konnten den Bus für heute buchen. Leider fährt er erst um 18.00 Uhr und so müssen wir uns den Tag hier um die Ohren schlagen. Um 12.00 Uhr müssen wir das Hotel verlassen und machen es uns somit mit unseren Rädern und Stühlen in der Mitte des Plazas bequem. Später finden wir ein schönes Restaurant in einem Innenhof und verbringen die restliche Zeit da. Als zwei Radfahrende aus Spanien auftauchen, vergeht die Zeit mit guten Gesprächen super schnell. Wir haben beide das Gefühl die anderen sind etwas verrückt. Sie sind fasziniert über unsere Dauer der Reise und wir sind schockiert, dass sie die ganze Peru Divide in 17 Tagen ohne einen einzigen Pausentag gemeistert haben – absolut verrückt!
Um 17.30 Uhr stehen wir beim Bus und brauchen gute 30 Minuten um die Räder sicher und gut auf dem Dach festzubinden. Zum Glück haben die anderen Passagiere keine grossen Gepäckstücke und so können unsere Räder alleine auf dem Dach liegen. Fest angebunden mit einer Plane und einem Netz sind sie auch für die holprige Fahrt gesichert. Wir verbringen 6 Stunden für 200km im Auto, denn die Strassenverhältnisse sind teilweise katastrophal und es gibt keinen geraden Abschnitt. Ein Pass löst den nächsten ab. Um Mitternacht kommen wir in Ayacucho an und nehmen das erste Hotel, das wir finden.

Gut erholt, buchen wir den nächsten Bus von Ayacucho nach Cusco. Heute geht es um 20.15 Uhr los und es warten weitere 15 Stunden Fahrt auf uns. Erneut setzten wir uns am Mittag auf den Plaza und telefonieren ein wenig oder lesen. Wir werden erstaunlich wenig angesprochen, aber umso mehr angestarrt. Leider finden wir heute keinen schönen Innenhof, dafür ein sehr feines und günstiges Mittagsmenu.


Bevor es dunkel wird, fahren wir zum Busbahnhof und warten hier auf die Abfahrt. Das Einladen ist diesmal sehr chaotisch. Der zweistöckige Bus hat leider nicht so viel Stauraum und da wir etwas besorgt sind, dass unsere Räder nicht mitkönnen, lassen wir sie schnellstmöglich einladen. Dann kommen aber leider alle anderen Gepäckstücke oben drauf. Simon hilft dem Einlader freiwillig beim Beladen und kann so etwas steuern, dass nicht die schwersten Gepäckstücke auf unseren Rädern landen. Hoffen wir das Beste.

Danach beginnt die lange und wiederum unglaublich kurvenreiche und holprige Fahrt. Am nächsten Morgen gibt es einen Frühstückshalt. Im Gegenzug zu den Peruanern, welche Fleisch und Reis essen, nehme ich erneut eine Übelkeitstablette und schlafe die restliche Fahrt bis Cusco nochmals. Endlich sind wir hier und fahren die 3km (leider bergauf) zum Airbnb. Nachdem die Räder zwei Treppen nach oben geschleppt wurden, sind wir endlich (!) nach gut 21 Stunden Busfahrt und mehr als 48 Stunden Reise am Ziel. Wir sind uns einig, dass Fahrradfahren grundsätzlicher weniger ermüdend ist.


Jetzt können wir Cusco entdecken. Hanne hat uns eine Pizzeria empfohlen und da wir unglaublich hungrig sind, laufen wir direkt dahin. Es war super lecker – besten Dank Hanne! Danach sind wir durch die Stadt geschlendert und waren fasziniert von all den vielen Läden, den internationalen Restaurantketten und den vielen weissen Touristen. Das hatten wir seit langem nicht mehr. Nach einem Einkauf, Zopf backen und einem feinen Salat zum Abendessen sind wir todmüde ins Bett gefallen.


Der erste Tag in Cusco nutzen wir um wichtige Dinge zu erledigen. An Simons Rad ist ja die Schraube abgebrochen und so macht er sich auf den Weg zu einem bekannten Fahrradmechaniker unter Radreisenden. Ich habe seit einiger Zeit diesen starken Husten und überwinde mich nun dies endlich Mal bei einem Arzt abzuklären. Ich stehe gerade in der Notaufnahme als Simon mich kontaktiert. Der Laden ist geschlossen und er findet nur ein Instagram Profil. Also beginne ich parallel mit dem Fahrradmechaniker zu schreiben. Das ist dann doch etwas viel Multitasking und Simon muss mein Insta übernehmen und sich um das Rad kümmern. Ich muss keine 20 Minuten warten und werde schon von einem Arzt gesehen. Er hört sich meine Geschichte an und danach meine Lunge ab. Keine auffälligen Geräusche zu hören, dass ist ja schon mal gut. Das Problem ist nun aber Folgendes. Ich habe seit mehr als 2 Wochen Husten und in Peru ist es staatlich angeordnet, dass ab 2 Wochen Husten Tuberkulose getestet wird. Zuerst dachte ich, ich habe mich verhört. Tuberkulose ist in der Schweiz praktisch nicht mehr existent, Peru allerdings hat gemeinsam mit Haiti die höchste Rate in Lateinamerika. Der Arzt versucht mich zu beruhigen. Ich habe weder Fieber, noch Schweissausbrüche. Auch Gewichtsverlust ist typisch. Diesen habe ich auch nicht, aber wenn der Arzt wüsste wie viel ich esse, ist dies wohl kein Wunder. Spass bei Seite, schlussendlich muss es getestet werden und gleich vorweg, ich bin 2x negativ. Das Mühsame ist, dass es sich um einen Spucktext von Hustenschleim handelt. Dieser muss am Morgen eingereicht werden bevor etwas gegessen wurde. Also muss ich die nächsten zwei Morgen mit dem Uber zum Spital und zurück um meine Spucke abzugeben. Glücklicherweise kostet eine Fahrt nur zwischen 1-2 CHF. Nachdem ich noch ein Röntgenbild von meinem Brustkorb gemacht habe, kann ich wieder zurück in die Stadt. Simon ist auch wieder unverrichteter Dinge nach Hause gekommen. Der Fahrradmechaniker ist in den Ferien und kommt am 8. September zurück. Da es eine heikle Sache ist diese Schraube am Rahmen zu entfernen, warten wir auf den guten Mechaniker. Da wir sowieso noch eine Wanderung und den Machu Picchu geplant haben, ist dies ganz ok. Wir machen am späten Nachmittag noch eine Free Walking Tour durch die Stadt und lernen einiges über Cusco. Lea und Luc von Bern sind auch dabei und wir verstehen uns super und gehen noch gemeinsam japanisch Abendessen. Wir sind alle erstaunt über das gehobene Restaurant. Neben einem warmen Waschlappen für die Hände, gibt es einen warmen Tee und ein Amuse-Bouche. Es war ein gelungener erster Abend in Cusco.


Nach meinem Ausflug zum Spital für die erste Probe, sehen wir uns Cusco an. Das erste Mal auf dieser Reise beschliessen wir Souvenirs zu kaufen und diese mit einem Packet nach Hause zu schicken. Also geht es auf die Jagd nach Alpacadecken und Kuscheljacken. Es macht grossen Spass für einen halben Tag zu shoppen. Danach gibt es eine hervorragende „Rösti mit Schinken und Spiegelei“ zum Abendessen.


Am Sonntag früh bringe ich erneut meine Probe und erhalte bereits das negative Ergebnis des ersten Tests – sehr erfreulich. Danach telefonieren wir in die Schweiz und machen uns am Nachmittag erneut auf den Weg ins Spital. Nach dem zweiten Testergebnis soll ich zum Lungenspezialist. Dummerweise ist sie am Sonntag nicht da, dass hat mir natürlich keiner gesagt. Also gehen wir wieder unverrichteter Dinge weiter ins grosse Einkaufszentrum. Wir schlendern einmal durch und gehen dann in einen grossen Einkaufsladen um unsere Snacks aufzufüllen. Danach gibt es einen Kaffee und Crêpe bevor wir zurück in die Stadt fahren. Pasta mit Pesto und Parmesan ist unser feines Abendessen und mit Popcorn und einem Film runden wir das Ganze ab.
Am Montagmorgen müssen wir bereits unser AirBnB wieder verlassen und verschieben in ein Hostel in der Nähe. Hier können wir unsere Fahrräder und Taschen während der Wanderung sicher hinterlegen. Wir treffen das Radreise Paar von Südafrika, mit welchen Simon bereits per WhatsApp Kontakt hatte. Sie nehmen allerdings heute Abend den Bus nach La Paz und wir sehen uns nicht lange. Gegen Mittag mache ich mich erneut auf den Weg ins Krankenhaus und Simon geht ins Museum.

Die Lungenspezialistin ist sehr freundlich und kompetent. Sie erklärt mir mein Röntgenbild und hört sich meine Geschichte an. Zu guter Letzt tippt sie auf Asthma und ordnet weitere Tests an. Die Symptome passen blendend und auch die Tatsache, dass es bereits in meiner Familie existiert, spricht dafür. Es ist auch möglich, dass es durch die grosse Höhe und den geringeren Sauerstoffgehalt verstärkt wird. Da wir allerdings sicherlich noch mindestens 2 Monate in dieser Höhe unterwegs sind, wird es nun abgeklärt. Grundsätzlich bin ich aber glücklich über diesen Verlauf. Spätestens nach den Tuberkulose Tests bin ich froh, ist es nichts schlimmes. Nun müssen wir allerdings unsere Wanderpläne um einen Tag verschieben und ich darf morgen erneut zum Spital fahren. Nichts desto Trotz gibt es schlimmere Orte um zu verweilen als Cusco.
Heute machen wir seit langem wieder einmal getrenntes Programm. Simon reist mit einer geführten Tour zu Landwirtschaftsterrassen Moray und den Salzminen Maras. Er lernt viel und kann einige schöne Fotos schiessen. Es ist eine sehr abwechslungsreiche Tour mit aussergewöhnlich kurzen Autostrecken. Moray war eine Art Landwirtschafts-Testlabor der Incas, wo sie auf den verschiedenen Stufen der Terrassen versucht haben, Nutzpflanzen and die Höhe und die tieferen Temperaturen zu akklimatisieren. Bei den Salzminen kommt aus einer natürlichen Quelle Salzwasser, das in über 5000 kleinen Pools verdunstet wird um anschliessend das Salz zu ernten.






In der Zwischenzeit mache ich zwei Atemtests und gebe Blut, natürlich nicht ohne fast vom Stuhl zu fallen. Danach verbringe ich den Rest des Tages im Hostel und im Zentrum von Cusco. Gerade als ich einen Kaffee aufsuchen will, bekommen ich per WhatsApp bescheid, dass meine Resultate bereits da sind. Ich kann direkt ins Spital und die Ärztin nochmals sehen. Natürlich hat sie nicht alle Ergebnisse, obwohl ich nachgefragt habe. Dennoch wird schnell klar, dass ich stark allergisch reagiere zur Zeit. Hauptsächlich auf Hausstaubmilben. Die wohnen hier natürlich in jedem Bett und jeder Decke, die wir nützen. Vermutlich löst dies mitunter das Asthma aus. Jetzt gibt es erstmal viele Medikamente und ich hoffe, dass ich damit meinen Husten in den Griff bekommen. Abschliessend zu dieser Krankenhauserfahrung kann ich sagen, dass es zwar etwas chaotisch ablief und vieles via WhatsApp geregelt wird, was bei uns unvorstellbar ist. Der „Service“ in dieser Privatklinik ist dennoch ausgezeichnet. Miss Melissa war die gesamte Zeit für mich zuständig, hat alles organisiert und mich begleitet. Sprachlich wäre es für mich nicht nötig gewesen, wir haben alles auf Spanisch geklärt, aber um eine Rechnung zu erhalten und die richtigen Papiere für die Schweizer Krankenkasse war es sehr hilfreich. Den restlichen Abend verbringen wir mit Packen und Verstauen unserer sieben Sachen bevor es morgen sehr früh auf das nächste Wanderabenteuer geht.
sehr gut ist nichts schlimmes und gibt es Medis für dein Asthma.Wünsche Dir die nötige Linderung.Alles Gute.herzliche Grüsse Ak
Gut dass alles abgeklärt werden konnte, das beruhigt. Weiter alles Gute auf der Weiterreise. Liebe Grüsse Susi Omimi
Spitalaufenthalte in peru… Herzliche Grüsse nach Cusco (pisco-sour pflicht, hilft sicherlich gegen asthma!)